EU-Förderung
1.3 EPLR
Der Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins 2007 – 2013 (EPLR)
Der Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlin 2007 – 2013 (EPLR) ist das zentrale Dokument zur Finanzierung der zweiten Säule der Agrarpolitik in Brandenburg und Berlin. Bestandteile dieses Entwicklungsplans sind weiterhin noch die „Ex-ante Bewertung des Entwicklungsplans“ sowie die „Strategische Umweltprüfung der Ex-ante Bewertung“ – beides Dokumente, die durch die ELER-Verordnung der EU zwingend vorgeschrieben sind.
Der Entwicklungsplan ist deshalb vor allen Dingen auch ein sehr umfassendes und detailliertes Kompendium zur Information über die Situation im ländlichen Raum in Bezug auf ihre Stärken und Schwächen, über die Förderschwerpunkte und die damit verbundenen Förderungen sowie zur finanziellen Mittelverteilung.
Wer aktuelle Daten zur Bevölkerungsentwicklung, zur Landwirtschaft und beispielsweise zur Wirtschaft und Lebensqualität im ländlichen Raum sucht, findet hier auf über 400 Seiten wichtige Grundlagen, die nicht zuletzt für die Beantragung und Begründung von Projekten wichtig sind. Nicht zuletzt sind hier auch alle Maßnahmen als Grundlage für die Förderrichtlinien zusammenhängend dargestellt– ebenfalls für die Projektkonzipierung und -entwicklung unerlässlich.
Ausgehend von einer sehr materialreichen Darstellung der statistischen Erhebungen zum ländlichen Raum enthält der EPLR eine SWOT-Analyse, in der die Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) zusammengefasst sind. SWOT-Analysen sind nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft das Werkzeug der Wahl für Situationsanalysen und strategisches Management. Aus der Kombination der Stärken/Schwächen-Analyse und der Chancen/Risiken-Analyse wird dann eine ganzheitliche Strategie für die weitere Ausrichtung der Politik für die Entwicklung des ländlichen Raums abgeleitet.
Themenbereich dieser SWOT-Analyse für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins sind
- Humanressourcen im ländlichen Raum,
- Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und ihre Produktionsgrundlagen,
- Prozess- und Produktqualität in der Landwirtschaft,
- Nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher und bewaldeter Flächen,
- Natürliche Produktionsbedingungen,
- Lebensqualität im ländlichen Raum,
- Ländlicher Raum und Wirtschaft.

Was aber sind „ländliche Räume“ im Sinne des Entwicklungsplans? Dieser Frage geht der EPLR gründlich nach, denn eine einheitliche und allgemeingültige Definition für den ländlichen Raum gibt es nicht. Auch die Definition der OECD, der sich die EU angeschlossen hat, kommt nicht zum Tragen. Die OECD legt einen Schwellenwert von 150 Einwohnern/km2 fest. Auch diese Abgrenzung erweist sich als zu grob und führt nicht zu einer problemadäquaten und zielgerichteten Erfassung des ländlichen Raumes in Brandenburg. Statt dessen werden als ländlicher Raum grundsätzlich alle Gebiete definiert, die außerhalb der verdichteten städtischen Räume liegen.
Gleichzeitig gibt es typische dörfliche Siedlungsstrukturen, die nach der Gemeindegebietsreform von 2003 nicht mehr als ländliche Gemeinden juristisch eigenständig sind, aber dringend einer Unterstützung im Rahmen der ländlichen Entwicklung bedürfen. Diese Orte werden im Hinblick auf den Siedlungsbereich und die Infrastruktur als eigenständige dörfliche Strukturen identifiziert und werden ebenfalls dem ländlichen Raum zugerechnet.
Förderwürdig sind daher Vorhaben, die grundsätzlich in ländlich geprägten Orten mit einer Einwohnerzahl von bis zu 10.000 Einwohnern erfolgt.
Der Einsatz der Mittel der Schwerpunkte 1 und 2 erfolgt dagegen flächendeckend bzw. auf der Grundlage anderer Gebietskulissen (z.B. Natura 2000, benachteiligte Gebiete)
Die Umsetzung von Maßnahmen aus den Schwerpunkten 3 (Lebensqualität und Diversifizierung) und 4 (Leader) erfolgt nur auf Grundlage von gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategien. Mit diesen Konzepten – die flächendeckend im bottom-up-Ansatz für Regionen von in der Regel mindestens 30.000 Einwohnern und maximal 100.000 Einwohnern erstellt werden – erfolgt sowohl eine regionale (räumliche) als auch eine inhaltliche Schwerpunktsetzung.
Weitere Informationen
- EPLR - Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Brandenburgs und Berlins
- SWOT-Analyse
- Karte: Ländliche Räume Brandenburgs und Berlins
- Liste der nicht zum ländlichen Raum gehörenden Gemeinden, Orts- oder Gemeindeteile in Brandenburg



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