06.09.2017Praxis trifft Wissenschaft

Vogelsänger überreicht Fördermittel für sechs neue Brandenburger EIP-Projekte

Seddiner See – Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger hat heute in der Heimvolkshochschule am Seddiner See die Förderbescheide für sechs neue Projekte der Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI) übergeben.

Vogelsänger: „Noch mehr als bisher wird in Zukunft die Nutzung des wissenschaftlichen Fortschritts die Produktivität und Nachhaltigkeit der Brandenburger Landwirtschaft bestimmen. Dabei ist es sehr wichtig, dass Landwirte, Wissenschaftler und andere Akteuren in Operationellen Gruppen zusammenarbeiten und die Ergebnisse schnell auf den Weg gebracht werden. Die Landwirte übernehmen in diesem Programm eine Schlüsselrolle: Ihre Probleme bestimmen die Forschungsthemen. Sie sind gleichzeitig Akteure im Prozess der Lösungsfindung und auch die ersten Nutzer der zu erwartenden Ergebnisse.“

Bereits zum dritten Mal seit 2015 hatte das Ministerium Operationelle Gruppen aus Landwirten, Wissenschaftlern und anderen Akteuren aufgefordert, ihre Bewerbungen bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) einzureichen. Nach einer umfassenden Prüfung der Anträge wurden folgende Projekte ausgewählt:

  • Entwicklung des KUH-mehr-WERT-Navigators zur besseren Vereinbarung von Leistung und Tiergesundheit
  • Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur sicheren Qualitätssteigerung in der Grassilageproduktion
  • Innovative Stallbegrünungssysteme zur Verbesserung von Haltung und Umweltverträglichkeit
  • Entwicklung einer bedarfsgerechten und schlagbezogenen Flüssigdüngung
  • Akustisches Früherkennungssystem von Vorratsschädlingen  in Getreidesilos
  • Regionales Bio-Gemüse aus Brandenburg

Die EIP-Projekte werden von Praktikern, Wissenschaftlern, Beratern, Unternehmen sowie Verbänden und Vereinen in Netzwerken umgesetzt. Für das Programm werden von der Europäischen Kommission im Rahmen des Agrarfonds ELER beachtliche Fördermittel zur Verfügung gestellt, um Forschung und Wertschöpfung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu unterstützen. Für die Länder Brandenburg und mit einem kleineren Teil Berlin stehen 25,6 Millionen Euro bis 2020 zur Verfügung.

Bisher werden 20 Brandenburger Projekte im Rahmen von EIP-AGRI gefördert.

Dabei sind 81 Agrarbetriebe in die Projekte eingebunden. Weiterhin sind 30 Wissenschaftler aus 15 Einrichtungen, 20 Firmen aus dem Bereich Landtechnik und 14 Vertreter aus insgesamt 11 Verbänden und Vereinen sowie 11 Berater beteiligt. Die unterschiedlichen Akteure arbeiten in Operationellen Gruppen zusammen und widmen sich gemeinsam der Lösung der jeweiligen Projektaufgabe.

Die bewilligten Projekte beziehen sich zu 24 Prozent auf Probleme im Acker- und Pflanzenbau, zu 28 Prozent auf Tierhaltungsfragen, zu 32 Prozent auf Fragestellungen im Gartenbau und zu 16 Prozent auf Lösungen im Rahmen von Wertschöpfungsketten.

In den Projekten finden Probleme des Klimawandels genauso Beachtung wie der sparsame Umgang mit den Ressourcen Wasser und Boden. Die Projekte zur Nutztierhaltung fokussieren sich in besonderer Weise auf die Belange des Tierwohls. Viele Projekte berücksichtigen auch die zunehmende Digitalisierung der Landwirtschaft, die Optimierungen durch präzise Entscheidungen ermöglicht. Wertschöpfungsketten und deren logistische Gestaltung und Einbindung in den gesamten Produktionsablauf ist die Herausforderung für zwei EIP-Projekte.

Fördermittel stehen voraussichtlich auch für einen vierten Aufruf zum 15. März 2018 zur Verfügung. Interessierte Antragsteller mit innovativen Projektideen können sich rechtzeitig an den Innovationsdienstleister gsub (Telefon: 030/ 28 40 93 30) wenden.

Da EIP für Europäische Innovationspartnerschaft steht und es in diesem Programm um die Vernetzung und Weitergabe von Ergebnissen geht, sind alle Akteure verpflichtet, Informationen und Ergebnisse öffentlich zu präsentieren. Das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium bietet auf einer eigenen EIP-Seite genauere Beschreibung der Projekte und der mitwirkenden Akteure unter: www.eip-agri.brandenburg.de

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