Portraits


Europaschule Storkow-c

Die Schülergenossenschaft der Europaschule Storkow

Die Schülergenossenschaft der Europaschule Storkow, Landkreis Oder-Spree, besteht seit September 2015. Mittlerweile arbeiten knapp 35 Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Bereichen der Genossenschaft. Diese bestehen vor allem aus einer Werkstatt, wo u. a. Ladestationen für E-Bikes hergestellt werden, aber auch aus einer Catering-Abteilung und dem Schülerclub.

Der Schülerclub ist ein Freizeitbereich, in dem sich die Jugendlichen in den Pausen oder wenn Unterricht ausfällt aufhalten und beschäftigen können. Dort verkaufen Schülerteams Sandwiches, Süßigkeiten und Getränke. Die Catering-Abteilung stellt kleine Buffets her. Sie hat zum Beispiel die Eröffnung der neuen Mehrzweckhalle „Softlinearena“ mit einem Buffet ausgestattet und versorgt Blutspender nach der Spende mit einem vielseitigen Imbiss.

Im Mittelpunkt steht der Bau von Ladestationen für E-Bikes:
Ladestelen und -bänke.
 
Die meiste Arbeit steckt die Schülergenossenschaft in die Werkstatt und dort in den Bau der Ladestationen. Partner und Auftraggeber ist die Firma „Business auf Rädern“, die u. a.Moibilitätskonzepte auf Basis von Fahrrädern entwickeln und auch Räder vertreiben. Für den touristischen Bereich wurde, unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, eine Ladestele und eine Ladebank entwickelt. An diesen können E-Bike Radler ihre „erschöpften“ Akkus aufladen. Meistens stehen die Ladestationen an touristisch interessanten Stellen: z. B. am Jagdschloss Groß Schönebeck in der Schorfheide oder an der Schleuse in Eichhorst. Die zu allererst hergestellte Ladestele steht vor der Kirche in Markgrafpieske und ist der Ausgangspunkt aller weiteren Entwicklungen.

Bisher hat die Schülergenossenschaft neun Ladestelen und drei Bänke gebaut. Die Herstellung ist ein längerer Prozess, jedes Teil ist ein Unikat, da die Kunden ganz unterschiedliche Wünsche haben. Und die Schülerinnen und Schüler entwickeln diese immer weiter. Jetzt soll eine Bank mit Rückenlehne gebaut werden. Einerseits soll sie natürlich stabil sein und den Vorschriften für solches „Stadtmobiliar“ entsprechen. Andererseits soll das Grunddesign erhalten bleiben, der Wiedererkennungseffekt ist sehr wichtig.

Übereinstimmend sagt das Team: „Klar, dass nicht immer alles glatt läuft und wir wissen, dass unsere Genossenschaft noch so manche Baustelle abzuarbeiten hat, um rund zu laufen. Aber der Anfang ist gemacht und wir denken, dass unsere Produkte im Großen und Ganzen okay sind. Das sagen zumindest die Kunden☺.“

Am Ende des Schuljahres wird dann der „Gewinn“ verteilt. Jeder, der mitgearbeitet hat, kann Gutscheine in unterschiedlicher Höhe erhalten. Weiterhin erhält die Klasse derer, die mitgearbeitet haben, etwas für die Klassenkasse. Natürlich wissen die Schülerinnen und Schüler als Firma um ihre soziale Verantwortung. Deshalb geht ein Drittel des Gewinns grundsätzlich an den Förderverein der Europaschule Storkow.

Mehr unter www.schule-storkow.de

 Europaschule Storkow-b




Henrik-Wendorff

Foto © LBV

Henrik Wendorff 
Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V.

Henrik Wendorff ist gebürtiger Brandenburger und wohnt im Oderbruch in Lietzen, ein Dorf mit 650 Einwohnern. Er ist gelernter Agrotechniker, hat dann Agrarwirtschaft studiert und darf sich Diplomagraringenieur nennen und betreibt auf 900 Hektar einen Mehrfamilienbetrieb nach den Regeln des ökologischen Landbaus.

Seit wann sind Sie Präsident? Was prägt Ihre Arbeit?

Seit März 2016 bin ich Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg. Die Arbeit ist geprägt von vielen Themen und Aufgaben. Zuallererst gilt es, die Landwirtschaft in Brandenburg zu stärken und die Vielfalt der Betriebe, die wir haben, zu erhalten. Wichtig ist, dass wir als Landwirtschaft nur gemeinsam mit der Gesellschaft etwas erreichen können. Insofern sehe ich mich auch als Netzwerker im ländlichen Raum, der für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum aktiv ist. 

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme / Hemmnisse?

Motivation ist das Vertrauen der Landwirte und die tägliche Freude an dem Beruf Landwirt - für mich einer der schönsten Berufe. Dass wir in Brandenburg moderne Landwirtschaft mit Düngung und Pflanzenschutz und Umweltschutz zusammenbringen und gleichzeitig Arbeitsplätze in der ländlichen Region halten, ist ein gutes Gefühl. Ein großes Problem ist die Zunahme der Bürokratie. Die EU-Fonds und Programme bieten viele gute Möglichkeiten. Leider höre ich in den vergangenen Jahren immer häufiger, dass die Chancen nicht genutzt werden, weil die Verfahren zu kompliziert und bürokratisch sind. Hier muss dringend gehandelt werden.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Mitzuerleben, wie die Betriebe bei den Agrarumweltmaßnahmen mitmachen. Mit der Grünlandextensivierung werden Gewässer- und Klima geschützt sowie die Biodiversität gefördert. Gleichzeitig ist aber durch die Weidetierhaltung noch Wertschöpfung möglich. Ein spezielles Problem in meinem Heimatkreis Märkisch Oderland ist der Hochwasserschutz und damit zusammenhängend das Bibermanagement. Wir versuchen hier, die Biberpopulation zu steuern und so die neuen und alten Deiche und Hochwasserschutzanlagen vor Biberschäden zu bewahren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Gesundheit, eine ehrliche offene Streitkultur und objektiv berichtende Medien, sowie natürlich eine vielfältige Landwirtschaft und lebendige Dörfer, die auch weiter durch die EU Bund und Land unterstützt werden. Für die Zukunft wünsche ich mir „Mehr Miteinander und weniger Gegeneinander“.

Aus aktuellem Anlass – evtl. ein Wort zur Grünen Woche?

Viel Spaß, aufschlussreiche Gespräche, gute Kondition und… guten Hunger!

Sie erreichen Henrik Wendorff unter: info@lbv-brandenburg.de

  


  

Kolodziej-Lenk

Marcus Kolodziej und Josephine Lenk
Regionalmanager der LAG Havelland e.V.

Marcus Kolodziej ist an einer Ausbuchtung der Havel, am Tegeler See in Berlin, groß geworden und hat Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin und Stadtplanung an der TU Hamburg-Harburg studiert. Zusätzlich hat er sich durch eine Fachfortbildung am EIPOS-Institut in Dresden zum Regionalmanager weiterqualifiziert. Josephine Lenk ist im Grenzraum Nord-Berlin/Barnim aufgewachsen und hat einen Bachelorabschluss in Umweltwissenschaften an der Universität Lüneburg und einen Masterabschluss in Regionalentwicklung und Naturschutz an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde erworben. Sowohl Berlin als auch Brandenburg mit seiner ursprünglichen Natur, den märkischen Dörfern und den eigenwilligen, aber herzlichen Menschen sind ihre Heimat. Sie hat aber zeitweise auch in Hessen und Niedersachsen gelebt und gearbeitet.

Seit wann sind Sie Regionalmanager? Was prägt Ihre Arbeit?

MK: Seit April 2015. Prägte zu Beginn vor allem die Projektberatung und der Kontaktaufbau zur Lokalen Aktionsgruppe Havelland e.V. (LAG), insbesondere zum Vorstand, die Arbeit, so sind mittlerweile auch Kooperationen und Vernetzungen sowie Förderantragsberatung und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als wichtige Aufgaben dazugekommen. Wichtig ist uns dabei eine klare Arbeitsteilung und dennoch gute Zusammenarbeit im Team.

JL: Ich arbeite seit 2012 in dem Beruf. Zunächst war ich in einer LEADER-Region in Hessen tätig, dort habe ich auch Dorfentwicklungs-Prozesse begleitet. Seit Anfang 2016 bin ich zum Regionalmanagement in der Region Havelland dazugekommen. Die Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen in der Region, an verschiedenen Themen und Ideen für den ländlichen Raum sowie Aufgaben im Team macht unsere Arbeit sehr vielfältig – das ist manchmal herausfordernd, macht aber vor allem Spaß! Vom kleinen örtlichen Projekt bis zur regionalen Maßnahme haben wir dabei stets die langfristigen Entwicklungsziele und Potenziale des ländlichen Raumes im Havelland vor Augen und versuchen gute Entwicklungsansätze aufzugreifen, zu unterstützen und zu bündeln.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

MK: Seit Beginn meines Studiums war ich besonders interessiert an allen Formen der Beteiligung und Kommunikation in der Planung sowie an planerischen Strategien und Strategieentwicklung. Beim Regionalmanagement wird auf beide Felder zurückgegriffen. Dies macht die Arbeit für mich gleichermaßen interessant und spannend. Die Menschen dabei zu unterstützen, die Region als Gesamtheit zu sehen und zu gestalten – dies halte ich für die größte Herausforderung.

JL: Mich motiviert die Begeisterung der Menschen für Ihre Ideen und das Herzblut, das Sie auf so vielfältige Weise vor Ort einbringen. Wenn Menschen erkennen, dass Sie selbst die Lebensqualität in ihren Wohnorten und der Region mitgestalten können, Ideen entwickeln und diese gemeinsam engagiert umsetzen und stolz auf die Wirkung sind – das sind tolle Prozesse, die wir als Regionalmanagement und als LAG gerne unterstützen! Bestes Beispiel dafür ist die Vorsitzende unserer LAG, die selbst ein Projekt in ihrem Ort auf die Beine gestellt hat.

Eine Herausforderung ist die zunehmende Bürokratie und Formalisierung im LEADER-Programm, die dynamische Entwicklungsprozesse und die regionale Selbstbestimmung erschweren – also das, was das LEADER-Programm ursprünglich ausmachte.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

MK: Zum einen, die immer bessere Zusammenarbeit mit dem LAG-Vorstand und insbesondere mit der Vorsitzenden. Zum anderen, die qualitative Weiterentwicklung von Projekten im Zeitverlauf - von Vorhaben mit reiner Hüllensanierung zu guten, inhaltlich durchdachten Projekten mit letztlich  erfolgreicher Teilnahme an einem Ordnungstermin -, dies sind die bisher schönsten und eindrucksvollsten Erlebnisse gewesen. Ein einzelnes Projekt kann ich jedoch nicht hervorheben. Dafür ist die Förderperiode noch zu jung.

JL: Die zahlreichen LEADER-Projekte in der Region, ob Infrastrukturmaßnahmen der Kommunen oder Vorhaben von Vereinen, Unternehmen und Privatpersonen, sind wichtig für die Region. Ebenso die aktive Arbeit der Akteure bei unseren Strategie-Treffen zu strategischen Fragen der Regionalentwicklung. Tolle Ergebnisse und Beteiligung bringt auch das Projekt „Vernetzung im Tourismus: regionale Produkte“, bei dem wir aktuell mit der LAG Fläming-Havel, Erzeugern, touristischen Anbietern und Tourismus- und Landwirtschafts-Organisationen zusammenarbeiten. Ein tolles Erlebnis war auch ein Workshop für neue Projektträger, den wir im September angeboten haben. Viele Beteiligte, gute Projektbeispiele aus der Region und der Austausch der Teilnehmer untereinander waren ein Erfolg.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

MK: Gute und zukunftsfähige Einzel- und Kooperationsprojekte, starke Vernetzung und Zusammenarbeit und das Havelland als eine gemeinsame Region in den Köpfen der Menschen – das wünsche ich mir für die Zukunft!

JL: Ich hoffe, dass wir es gemeinsam mit der LAG, den wichtigen Partnerorganisationen in der Region und darüber hinaus mit den Kommunen und natürlich den Bewohnern im Havelland schaffen, die regionalen Stärken und besonderen Potenziale (Tourismus, Gemeinschaft und Daseinsvorsorge sowie ländliche Wirtschaft) zu nutzen. Dies mit dem Ziel die Lebendigkeit und Lebensqualität bis in die Dörfer zurückzubringen und damit das Havelland lebenswert und zukunftsfähig zu halten.

Sie erreichen die beiden Regionalmanager unter:

marcus.kolodziej@lag-havelland.de

josephine.lenk@lag-havelland.de


Portrait Dietmar Schulze, Landrat

Dietmar Schulze
Landrat des Landkreises Uckermark

Dietmar Schulze ist seit Juni 2010 Landrat des Landkreises Uckermark. Geboren in Bahrendorf, Sachsen-Anhalt, ist seine Heimat aber seit nunmehr 35 Jahren die Uckermark. Als gelernter Landwirt, studierte er von 1974 bis 1978 Agrarwissenschaften bevor er verschiedene Positionen in der Verwaltung inne hatte. Die Kreisverwaltung und die Aufgaben, die ihn schließlich als Landrat erwarteten, waren ihm nicht neu, denn bis zu seiner Ernennung als Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg im Jahr 2000, war er bereits in leitenden Funktionen in der Kreisverwaltung tätig. 

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Geprägt ist meine Arbeit aus einer gesunden Mischung zwischen Bürgernähe und Verwaltungstätigkeit. Ich bin aber kein klassischer Schreibtischarbeiter. Mich zieht es raus in die Orte, zu den Unternehmern, Vereinen und zu den Menschen. Ich möchte selbst sehen und hören, wo der Schuh drückt, was gut und was weniger gut klappt. Es sind die Menschen in der Uckermark, ihre Interessen und Bedürfnisse, die mich motivieren. Das größte Problem sehe ich in der immer stärker ausufernden Bürokratie, die so manche Entscheidungen und Vorhaben verzögert, verteuert oder gar verhindert.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit/Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Am 13. Mai 2013 konnte ich aus der Hand des damaligen Bundesumweltministers Peter Altmaier die Auszeichnung als Siegerregion im Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusregionen 2012/2013“ entgegen nehmen. Damit hatte sich die Uckermark gegen 33 weitere Regionen aus 12 Bundesländern behauptet. Das war schon ein ganz besonderes Erlebnis.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Eine friedliche Gesellschaft, die von Gemeinsinn, Zusammenhalt und Verständnis füreinander geprägt ist. 

Sie erreichen Dietmar Schulze unter: landkreis@uckermark.de




Portrait-Michael-Franke

Michael Franke, 
Regionalmanager der LAG Energieregion im Lausitzer Seenland e.V.

Michael Franke ist in Groß-Lübbenau aufgewachsen – bis das halbe Dorf dem Braunkohlebagger zum Opfer fiel –  und lebt seit 1987 in Calau. Er hat an der BTU Cottbus studiert und sein Studium 2002 als Diplom-Ingenieur für Stadt- und Regionalplanung abgeschlossen. Schon seit 2005 war als Assistent des Regionalmanagements tätig und leitet  seit 2013 als Manager die LEADER-Region. Lesen Sie mehr zu seiner Arbeit vor Ort: 

Was prägt Ihre Arbeit? 

Ich sehe das Regionalmanagement in erster Linie als Kontaktadresse und Vermittler, um Mittel zur Projektförderung aufzuspüren und bei deren Beantragung mitzuhelfen.

Eine breite Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Kontakte und gut funktionierende Netzwerke sind dabei sehr wichtig.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse? 

Die Chance auf Mitgestaltung der eigenen Heimatregion, die direkten Gedankenaustausche mit Ministerien, Behörden, Kommunalvertretern und auch Antragstellern – den eigentlichen Initiatoren. Erfolgreich können wir nur sein, weil wir ein gemeinsames Ziel haben – für unsere Region lebens- und liebenswerte ländliche Räume zu gestalten. 

Als größtes Hemmnis im LEADER-Prozess betrachte ich die immer größer werdenden bürokratischen Vorgaben welche natürlich zu Lasten der eigentlichen Aufgaben der Managements erfüllt werden müssen. 

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit/Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Die Überdachung des „Amphitheaters“ in Großkoschen war schon ein außergewöhnliches Projekt. Um den Veranstaltungsort unabhängig vom Wetter bespielen zu können, wurde eine Dachkonstruktion über Bühne und Zuschauerbereiche gespannt, die Akteure und Besucher vor Sonne und Regen schützt. Die eindrucksvolle architektonische Gestaltung legte einen zusätzlichen Focus auf den Spielort.

http://www.energieregion-seenland.de/projekte 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? 

Es ist für die Förderperiode 2014-2020 sehr wichtig, Partnerschaften zwischen den Städten und dem ländlichen Raum zu entwickeln und die positiven Ergebnisse des regionalen Wachstumskern Westlausitz zu nutzen, um für den ländlichen Raum und für die Förderregion unter Berücksichtigung der geringer werdenden Fördermittel und der demografischen Entwicklung innovative Lösungen/Projekte auf den Weg zu bringen.

Wir leben in einer interessanten Region, wir dürfen die Entwicklung nicht verschlafen. Wir sind mitverantwortlich für die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes und dürfen keinesfalls den ländlichen Raum vernachlässigen. Hauptaufgabe ist, die Lebensqualität für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu sichern, die Abwanderung zu minimieren und den Bekanntheitsgrad der Region zu erhöhen.

Sie erreichen Michael Franke unter: Franke@wequa.de


 

Foto-Susanne-Melior_Quelle-SPD

Foto © SPD

Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete aus Brandenburg

Susanne Melior ist Mitglied des Europäischen Parlaments und arbeitet dort im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem Lebensmittelsicherheit, Pflanzenschutz, Tiergesundheit und Chemikalien. Außerdem ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI). Susanne Melior wurde 1958 in Havelberg geboren und ist quasi gebürtige Prignitzerin; mittlerweile lebt sie in Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie hat Mikrobiologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald studiert und danach einige Jahre in diesem Bereich gearbeitet.

Seit wann sind Sie im Europäischen Parlament tätig? Was prägt Ihre Arbeit?

Im Jahr 2014 wurde ich ins Europäische Parlament gewählt. Seitdem ist meine Arbeit vom Pendeln zwischen zwei Welten geprägt: dem Europaparlament in Brüssel bzw. Straßburg und meinem Wahlkreis hier in Brandenburg. Gerade in der internationalen Arbeit im Parlament in Brüssel ist es für mich ganz wichtig, mich an jedem Wochenende neu zu erden und meine Heimat nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Themen, mit denen ich mich parlamentarisch befasse, sind sehr vielfältig und interessant. Sie reichen von den großen Fragen der Klimapolitik, über Gesundheit und Lebensmittel bis zu Tierarzneimitteln und Käseproduktion.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen?

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher ist für mich der größte Ansporn. In der sozialdemokratischen Fraktion ist das unsere Richtschnur für alle Entscheidungen. Jeden Tag stellen sich neue Fragen, deren Antworten zum Teil bis auf unsere Teller reichen. Wir könnten dabei noch schneller vorankommen, wenn es nicht die vielen nationalen Interessen gäbe. Die EU-Mitgliedstaaten sollten lernen, mehr über den eigenen Tellerrand zu schauen und den gemeinsamen Markt auch wirklich als großes Ganzes zu sehen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Eines der eindrucksvollsten Erlebnisse bisher war mein Besuch bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit im September dieses Jahres in Parma. Für mich war besonders beeindruckend zu sehen, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedenen Mitgliedstaaten der EU zusammenarbeiten und gemeinsam nach bestem Wissen und Gewissen die Risiken von Lebens- und Futtermitteln bewerten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir vor allem, dass wir es gemeinsam schaffen, die Europäische Union als großartiges Miteinander zu sehen und zu leben. Und ich wünsche mir mehr Aufgabenübertragung auf die EU und weniger nationalstaatliches Denken und Handeln. Außerdem ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass unsere hohen europäischen Standards im Umweltschutz und bei der Lebensmittelsicherheit in den Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen mit den USA nicht unter die Räder kommen.

Sie erreichen Susanne Melior unter www.susanne-melior.de

 


 

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Julia Görlitz, KBSplus – Ansprechpartnerin für den ELER

Seit Jahresbeginn ist Julia Görlitz im neuen Team der Kontakt- und Beratungsstelle – kurz: KBSplus – Ansprechpartnerin für den ELER. Die KBSplus (http://kbsplus.dgb.de) unterstützt die am ELER interessierten Partner – auch über den Gemeinsamen Begleitausschusses hinaus – in Brandenburg fondsübergreifend bei ihrer wichtigen Aufgabe, die Durchführung der Europäischen Förderprogramme im Land zu begleiten und zu prüfen. Julia Görlitz ist in Königs Wusterhausen, Landkreis Dahme-Spreewald, geboren und aufgewachsen und hat an der Humboldt-Universität zu Berlin im Studiengang Physische Geographie einen Abschluss als Master of Science (M. Sc.) erworben. Ihre ersten Berührungspunkte mit dem ELER ergaben sich 2012 während ihrer Arbeit für den Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V.

Was prägt Ihre Arbeit? 

Das Spannendste an meiner Arbeit ist der intensive Kontakt zu der ganzen Bandbreite an Akteuren, die die ländliche Entwicklung in Brandenburg vorantreiben. In erster Linie sind das die Partner im Gemeinsamen Begleitausschuss. Aber auch der Kontakt zu den Fondsverwaltungen und den Fachreferaten der Ministerien ist wichtig. Sich den unterschiedlichsten Anforderungen und Bedürfnissen der Partner anzunehmen und gemeinsam Strategien zu entwerfen, macht meine Arbeit besonders abwechslungsreich.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen besondere Herausforderungen? 

Am meisten motiviert mich, täglich dazuzulernen und mein Wissen teilen zu können. Auch Herausforderungen wirken motivierend. Ich freue mich immer, wenn aus einseitiger Kommunikation eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entsteht.

Die größte Herausforderung besteht darin, die enorme Komplexität der EU-Förderung plausibel darzulegen. Oftmals ist es ein Mangel an Hintergrundwissen, der zu ungerechtfertigten Vorhaltungen führt. Eine Atmosphäre aus Vorwürfen und Rechtfertigungen tut keiner Beziehung gut.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt? 

Zu erleben, wie gut sich das KBSplus-Team seit Januar eingespielt hat und Anerkennung seitens der Partner erfährt, beeindruckt und erfreut mich gleichermaßen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? 

Ich wünsche mir ein stabiles Netzwerk aller Akteure in Brandenburg, ein konstruktives und lösungsorientiertes Miteinander und eine positive Einstellung mit dem Blick auf Chancen und Potentiale. Sie erreichen Julia Görlitz unter: Julia.Goerlitz@dgb.de

 


 

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Andreas Schmidt, Regionalmanager der LAG Oderland e.V.

Andreas Schmidt ist in Sachsen-Anhalt aufgewachsen, hat Pflanzenproduktion an der landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert und als Diplomagraringenieur abgeschlossen. Seit 1990 lebt und arbeitet er im Oderland; bereits seit 2001 mit voller Kraft für die LEADER-Region Oderland. Lesen Sie mehr zu seiner Arbeit vor Ort:

Was prägt Ihre Arbeit?

  • Die Vielschichtigkeit und große Bandbreite der Projekte
  • Kontakt mit Menschen, sprich Akteuren, die etwas bewegen, verändern oder entwickeln wollen, die voller Ideen und Tatendrang sind
  • Viele Kontakte und ein wahnsinnig großer Wissensschatz, wenn man den Menschen genau zuhört. Das ist eine Quelle des ewigen Lernens. Dafür bin ich dankbar und schöpfe die Kraft für meine Arbeit
  • Jedes Projekt, ob klein oder groß verdient die gleiche Aufmerksamkeit und Hingabe
  • Ich bin da! Für alle Fragen und Probleme rund um die ländliche Entwicklung und versuche helfend einzugreifen oder zu vermitteln
  • Prägend ist aber auch der Umgang mit Behörden und der damit verbundenen Bürokratie; Um die Reibung so gering wie möglich zu halten, pflege ich eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, LELF und MLUL

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme oder Hemmnisse?

  • Erfolg und Anerkennung motivieren am meisten, oftmals aber auch ein Sieg oder Vorwärtskommen im Räderwerk der Bürokratie und des Beamtentums
  • Probleme und Hemmnisse waren, die in der letzten Förderperiode zu oft geänderte Richtlinie, was eine verlässliche Planung sehr erschwerte. Die jetzige Richtlinie ist nur für 12 Monate gültig und entspricht in einzelnen Punkten nicht dem Bedarf vor Ort. Zudem ist unsere Bewilligungsbehörde personell leider unterbesetzt, was oft zu sehr langen Arbeitszeiten führt. Auch die einheitlichen EU-Verfahrensregelungen sind für deutsches Verhältnisse oder für unser deutsches Verständnis oftmals nicht nachvollziehbar

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

  • Bei über 500 von mir betreuten Projekten kann ich das wirklich nicht sagen, oftmals sind es die kleinen Dinge, die erst spärlich starten und dann zum großen Erfolg werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

  • Allgemein: Frieden, Gesundheit
  • Für die Arbeit: Toleranz, Verständnis, konstruktives Arbeiten und Streiten und vor allem Augenmaß bei der Fällung von Entscheidungen 

Sie erreichen Andreas Schmidt unter: a.schmidt@lag-oderland.de